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Bruttoinlandsprodukt
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Das Bruttoinlandsprodukt (in der Schweiz auch Bruttoinlandprodukt,cite-ref-1[1] kurz: BIP; englisch gross domestic product, GDP) ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen angibt, die wĂ€hrend einer Rechnungsperiode innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Endprodukte erwirtschaftet wurden, nach Abzug aller Vorleistungen.cite-ref-2[2] Somit werden alle finalen GĂŒter, also GĂŒter auf der Verarbeitungsstufe der Endverwendung, als Wirtschaftsleistung erfasst. Bei der Berechnung werden GĂŒter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager genommen werden, als VorratsverĂ€nderung berĂŒcksichtigt.
Im Unterschied zum Bruttonationaleinkommen, dem frĂŒheren Bruttosozialprodukt, werden bei der Berechnung des BIP nur die Leistungen im Inland erfasst; es wird das sogenannte Inlands-Prinzip angewendet; die Landesgrenzen sind ausschlaggebend. Das Bruttonationaleinkommen hingegen richtet sich nach dem InlĂ€nder-Prinzip. Es werden hierbei auch die im Ausland erbrachten Leistungen von InlĂ€ndern berĂŒcksichtigt; umgekehrt bleiben Leistungen unberĂŒcksichtigt, die AuslĂ€nder im Inland erbracht haben. Hierbei sind also die Wohnsitze der Personen ausschlaggebend.cite-ref-3[3] Werden vom BIP die Abschreibungen abgezogen, ergibt sich das Nettoinlandsprodukt (NIP).
Das BIP ist ein MaĂ fĂŒr die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Die VerĂ€nderungsrate des realen BIP dient als MessgröĂe fĂŒr das Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften und ist damit die wichtigste GröĂe der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (siehe Liste der LĂ€nder nach Bruttoinlandsprodukt).cite-ref-4[4]
bruttoregionalproduktDas Bruttoinlandsprodukt kann sich sowohl auf Staaten als auch auf andere administrative oder geographische Einheiten beziehen. Teilweise werden dann die Begriffe Bruttoregionalprodukt, Gross Provincial Product, Bruttoweltprodukt und andere verwendet.
Pendant des BIP in sozialistischen Staaten war das Nettomaterialprodukt.
Contents
âą Geschichte
âą BIP-Deflator
âą BIP und NIP
âą Methoden
âą BIP pro Kopf
âą Alternativen
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Die ersten Grundsteine des BIP finden sich im 17. Jahrhundert beim britischen Ăkonomen William Petty.cite-ref-5[5] Er versuchte, durch Datenerhebungen und empirische Forschungen ZusammenhĂ€nge zwischen wirtschaftlichen Entwicklungen und dem Wohlstand und der Zufriedenheit der BĂŒrger zu finden, damit die Regierung ihre Politik mit dieser Hilfe entsprechend verbessern und Steuereinnahmen erhöhen könne. Die Ăberlegungen Pettys entstanden als Reaktion auf eine Krise, die aus BĂŒrgerkriegen in England, vielen Konflikten in Schottland und Irland und dem Krieg GroĂbritanniens mit Frankreich bestand. Zu dieser Zeit schien das Ermitteln von Informationen ĂŒber den aktuellen Zustand der Wirtschaft als Grundlage fĂŒr politische MaĂnahmen hin zur Verbesserung der Situation besonders sinnvoll. Pettys erste volkswirtschaftliche Gesamtrechnung wirkte zuerst trivial und nicht besonders, seine Methode, welche er âpolitische Arithmetikâ nannte, war jedoch zu dieser Zeit vollkommen neu.
Pettys Ziel war es letztendlich, zu zeigen, dass eine Ănderung des Steuersystems zu höherem Staatseinkommen fĂŒhren könne. Er entdeckte damit die wirtschaftliche Kraft der arbeitenden Bevölkerung und betonte die Möglichkeit, durch politische MaĂnahmen hin zu mehr Wohlstand Macht zu erlangen. Um geeignete MaĂnahmen ergreifen zu können, sei die Erfassung empirischer Daten erforderlich. Die Kenntnis ĂŒber die wirtschaftliche und soziale Situation des Landes und der internationale Vergleich wĂŒrden somit die Grundlage fĂŒr politisches Handeln bilden.
Pettys Schriften blieben bis zu seinem Tod jedoch unveröffentlicht. In den 200 Jahren nach seinem Tod wurde kein weiterer Versuch unternommen, mit seiner Methode das Volkseinkommen zu berechnen.
In seinem 1776 erschienenen Werk Der Wohlstand der Nationen formulierte Adam Smith zwar eine allgemeine Theorie wirtschaftlichen Fortschritts, erwĂ€hnte William Petty jedoch nicht. Seine Schrift enthielt die Idee eines Jahresprodukts als Ertrag aus den Produktionsfaktoren Boden und Arbeit, basierend auf Arbeitsteilung als SchlĂŒssel zu höherer Produktion. Smith sah den Fortschritt der Wirtschaft jedoch als natĂŒrlichen Verlauf und keine Notwendigkeit fĂŒr staatliche Eingriffe, weshalb er auch keine Versuche der Berechnung des Wohlstandes unternahm.
Thomas Robert Malthus hingegen unternahm in seinen 1836 erschienenen Principles of Political Economy methodische Ăberlegungen zur Berechnung des Volkseinkommens, fĂŒhrte diese aber ebenfalls nicht durch. Alfred Marshall spezifizierte mit seiner Idee des Volkseinkommens in Principles of Economics die BerĂŒcksichtigung immaterieller GĂŒter und Dienstleistungen, sofern sie einen Marktpreis haben. Er bezeichnete die Ăkonomie als Wissenschaft zum Wohlstand, welcher durch die Befriedigung menschlicher BedĂŒrfnisse mit GĂŒtern zu erreichen sei. Daraus folge die Erhöhung der GĂŒtermenge als sozialpolitische Notwendigkeit, insbesondere zur ArmutsbekĂ€mpfung nach der Industrialisierung.
Diese Thematik wurde 1920 durch Marshalls Nachfolger Arthur Cecil Pigou vertieft. Er nannte den in Geld messbaren Teil der Wohlfahrt als Teilbereich der allgemeinen Wohlfahrt Economic Welfare. Pigou nahm an, dass die Steigerung der wirtschaftlichen Wohlfahrt gleichzeitig positive Auswirkungen auf die Gesamtwohlfahrt eines Landes habe. Eine Erhöhung des Volkseinkommens bedeute somit einen Anstieg der Gesamtwohlfahrt.
Die Idee des Volkseinkommens war somit seit Petty prÀsent und wurde methodisch verfeinert. Bis in das 20. Jahrhundert glaubte jedoch niemand an die politische Bedeutung einer statistischen Datenerhebung im Sinne Pettys.
Ein weiterer wichtiger Vordenker des heutigen BIP ist der Ăkonom Colin Clark. Er unternahm als erster nach Petty Berechnungen des Volkseinkommens und schuf Grundlagen und Elemente der BIP-Erfassung, die noch heute relevant sind. AuĂerdem entwickelte er das Konzept des Wachstums, gemessen an der Wachstumsrate des Volkseinkommens. Clark sah das Volkseinkommen wie Petty als eine politisch relevante GröĂe fĂŒr internationale Vergleiche. Trotz zahlreicher Publikationen sah die britische Regierung jedoch lange keine Notwendigkeit, das Volkseinkommen berechnen zu lassen.
Erst in der 1. HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts nahm die Diskussion um eine systematisiertere Erfassung von Wirtschaftsdaten zur Wohlstandsmessung, vor allem in den USA und England, parallel zum wachsenden Forschungsgebiet der Volkswirtschaftslehre, an Bedeutung zu. Da mit dem Zweiten Weltkrieg zunehmend die Notwendigkeit der kontinuierlichen statistischen Erfassung aktueller Daten ĂŒber den Zustand der Wirtschaft aufkam, kann dieser als Geburtsstunde der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bezeichnet werden. Die erfassten Daten dienten hauptsĂ€chlich als Kalkulationsbasis der fĂŒr Kriegsausgaben verfĂŒgbaren Mittel.
Im Jahr 1940 empfahl John Maynard Keynes in How to pay for the warcite-ref-6[6] nicht nur Konsum und Investitionen, sondern auch Staatsausgaben mit ins Volkseinkommen einzurechnen, was auch noch der heutigen Definition des BIPs entspricht.
Keynes entwickelte Clarks Methode zur Berechnung des Volkseinkommens in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des britischen Finanzministeriums James Meade und Richard Stone weiter, welche sich schlieĂlich durchsetzen konnte. Wenig spĂ€ter entwickelten Meade und Stone auf der Grundlage Clarks und genauerer Definition Keynes ein Kontensystem zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.
Gleichzeitig wurde in den USA eine Methode entwickelt, wo der Staat selbst frĂŒh die NĂŒtzlichkeit der Volkseinkommensberechnungen erkannte. Der amerikanische Ăkonom Simon Smith Kuznets, der sich hauptsĂ€chlich mit Determinanten des Wachstums beschĂ€ftigte und 1971 einen Wirtschaftsnobelpreis fĂŒr seine Forschungen zu Wirtschaftswachstum und Ungleichheit bekam, wurde zur Zeit der Great Depression 1931 mit der Berechnung der Volkseinkommen der Jahre 1929â1931 beauftragt. In diesem Zusammenhang handelte es sich um die erstmalige Einforderung der Daten durch eine Regierung.
Nachdem er die Berechnungen durchgefĂŒhrt hatte, wies Kuznets den amerikanischen Kongress auf die begrenzte Möglichkeit der Wohlstandsmessung durch diesen Indikator hin.
Er betonte, dass die Erfassung des Volkseinkommens von dem gesellschaftlichen Konsens darĂŒber, was unter wirtschaftlicher AktivitĂ€t verstanden wird, abhĂ€nge und sah neben seinen Potentialen die Gefahr der ĂberschĂ€tzung des Indikators.
Von diesem Zeitpunkt an nahm das Handelsministerium der Vereinigten Staaten regelmĂ€Ăig die Berechnungen vor. 1936 bezog sich schlieĂlich auch PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt in seinem Wahlkampf auf die Steigerung des Volkseinkommens.
Datenerhebung und Berechnung
Datenerhebung und -verwendung
Das Bruttoinlandsprodukt eines Staates wird zum Beispiel vom Internationalen WĂ€hrungsfonds verwendet, um die Staatsschuldenquote zu berechnen.
Berechnet wird das BIP in Deutschland vom Statistischen Bundesamt. Es legt jĂ€hrlich zweimal Berechnungen fĂŒr das BIP des Vorjahres vor, im FrĂŒhjahr und im Herbst. Im Herbst werden nicht nur die Zahlen fĂŒr das Vorjahr, sondern auch die fĂŒr die frĂŒheren Jahre einer PrĂŒfung unterzogen und in der Regel etwas revidiert. AuĂerdem legt das Statistische Bundesamt vierteljĂ€hrlich Zahlen zum BIP des laufenden Jahres vor, die jedoch nur auf SchĂ€tzungen beruhen.
Nominales und reales BIP
Das nominale BIP gibt die Summe der inlĂ€ndischen Wertschöpfung beziehungsweise der Wertschöpfung von Regionen in aktuellen Marktpreisen an. Dadurch ist das BIP abhĂ€ngig von VerĂ€nderungen des Preisindex der betrachteten Volkswirtschaft. Das nominale BIP steigt bei Inflation und daraus folgenden steigenden Marktpreisen. Umgekehrt sinkt das nominale BIP bei Deflation und daraus folgenden sinkenden Marktpreisen. So fĂŒhrt eine Inflationsrate von zum Beispiel fĂŒnf Prozent bei gleich bleibender GĂŒterproduktion zu einem nominalen BIP-Anstieg von ebenfalls fĂŒnf Prozent.
Um das BIP unabhÀngig von VerÀnderungen der Preise betrachten zu können, verwendet man das reale BIP, in dem alle Waren und Dienstleistungen zu den Preisen eines Basisjahres bewertet werden (BIP zu konstanten Preisen). In Deutschland verwendet das Statistische Bundesamt seit 2005 Kettenindizes.cite-ref-7[7]
Wenn man die Preissteigerung seit dem Basisjahr kennt, lÀsst sich das reale BIP mittels folgender Formel aus dem nominalen BIP errechnen:
B I P real = B I P nominal Preisindex {\displaystyle \mathrm {BIP} _{\text{real}}={\frac {\mathrm {BIP} _{\text{nominal}}}{\text{Preisindex}}}} cite-ref-8[8]
BIP-Deflator
â
Hauptartikel
:
BIP-Deflator
Der BIP-Deflator ist der Quotient aus nominalem und realem BIP eines Jahres. Er wird als impliziter Preisindex des BIP bezeichnet und misst die Preisentwicklung der produzierten EndgĂŒter.cite-ref-9[9]
B I P Deflator = B I P nominal B I P real {\displaystyle \mathrm {BIP} _{\text{Deflator}}={\frac {\mathrm {BIP} _{\text{nominal}}}{\mathrm {BIP} _{\text{real}}}}}
BIP und NIP
â
Hauptartikel
:
Nettoinlandsprodukt
Werden vom BIP die Abschreibungen abgezogen, ergibt sich das Nettoinlandsprodukt.cite-ref-10[10] Diese Abschreibungen beziehen sich jedoch nur auf die Wertminderung des Anlagevermögens / der Bruttoanlageinvestitionen durch VerschleiĂ und Alterung â also nur die Abschreibungen, welche fĂŒr zukĂŒnftige Ersatzinvestitionen vorgenommen werden.
Bruttoinlandsprodukt
â Abschreibungen
= Nettoinlandsprodukt
Abschreibungen sind die aggregierte Summe aller in den Gewinn- und Verlustrechnungen von Unternehmen vorgenommenen Abschreibungen auf das Sachanlage- und immaterielle Vermögen innerhalb einer Rechnungsperiode.
Arten der Berechnung
Methoden
Das Bruttoinlandsprodukt lĂ€sst sich auf drei verschiedene Arten ermitteln. Alle Berechnungsmethoden fĂŒhren zum gleichen Ergebnis. Dies wird im Folgenden am Beispiel Deutschlands im Jahre 2007 verdeutlicht (das BIP betrug damals 2.423,8 Mrd. Euro.cite-ref-11[11])
Die Methoden zur Erhebung der Daten und zur Berechnung des BIP werden in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden revidiert. So werden seit der letzten Revision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vom 28. April 2005 beispielsweise die bis dahin nicht erfassten indirekten Entgelte der Banken aus dem Kredit- und EinlagengeschĂ€ft berĂŒcksichtigt. Um den historischen Vergleich zu gewĂ€hrleisten, werden die Daten fĂŒr die vergangenen Jahre entsprechend angepasst.
Am 20. August 2009 veröffentlichte die EuropĂ€ische Kommission unter dem Titel Das BIP und mehr â Die Messung des Fortschritts in einer Welt im Wandelcite-ref-12[12] eine Mitteilung an das EuropĂ€ische Parlament. Darin wird die Entwicklung von neuen MessgröĂen empfohlen.
Entstehungsrechnung
Hier wird die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit von der Produktionsseite dargestellt. Die zentrale GröĂe bildet dabei die Bruttowertschöpfung. Sie ermittelt sich aus der Summe sĂ€mtlicher Produktionen abzĂŒglich Vorleistungen. Die Tabelle zeigt die Bruttowertschöpfung nach Sektoren fĂŒr Deutschland im Jahr 2007.cite-ref-destatis-13-0[13]
Verwendungsrechnung
Bei der Verwendungsrechnung erfolgt die Berechnung anhand der Nachfrageseite. Dabei wird die Verwendung fĂŒr Waren und Dienstleistungen bestimmt. Die folgende Tabelle zeigt links die Komponenten der Verwendungsrechnung, die Werte auf der rechten Seite entsprechen deren GröĂe im nationalen BIP Deutschlands 2007.cite-ref-destatis-13-1[13]
Verteilungsrechnung
Hier wird das BIP anhand des entstandenen Einkommens gemessen. Die Aufteilung erfolgt anhand des Volkseinkommens. Diese Tabelle zeigt auf der linken Seite die Komponenten der Verteilungsrechnung und rechts die dazugehörigen Daten aus dem Jahr 2007.cite-ref-destatis-13-2[13]
Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass in Deutschland keine eigenstĂ€ndige Berechnung des BIP ĂŒber die Verteilungsseite vorgenommen wird, weil keine ausreichenden Angaben ĂŒber die Unternehmensgewinne vorliegen.
BIP als Indikator
Bruttoweltprodukt und Wirtschaftskraft
Das Bruttoweltprodukt (BWP), auch Welt-Bruttoinlandsproduktcite-ref-14[14] genannt, ist die Aggregation sÀmtlicher Bruttoinlandsprodukte aller Staaten der Erde. Das BWP ermöglicht einen LÀndervergleich oder einen Vergleich zwischen Regionen und Kontinenten.
| Region | BIP 2014 in Mrd. US$ | % vom BWP 2014 | BIP 2022 in Mrd. US$ | % vom BWP 2022 |
|---|---|---|---|---|
| Afrika | 2.427 | 3,1 % | 2.815 | 2,8 % |
| Asien | 22.034 | 28,4 % | 35.776 | 35,3 % |
| Australien und Ozeanien | 1.719 | 2,2 % | 1.795 | 1,8 % |
| Europa | 19.737 | 25,5 % | 21.414 | 21,1 % |
| Mittelamerika und Karibik | 1.710 | 2,2 % | 1.414 | 1,4 % |
| Naher Osten | 3.518 | 4,5 % | 4.055 | 4,0 % |
| Nordamerika | 19.322 | 24,9 % | 25.589 | 25,3 % |
| Russland und Zentralasien | 2.617 | 3,4 % | 2.531 | 2,5 % |
| SĂŒdamerika | 4.368 | 5,6 % | 5.862 | 5,8 % |
| Bruttoweltprodukt (BWP) | 77.451 Mrd. | 100,0 % | 101.251 | 100,0 % |
Im Jahre 2022 lag der weltweite Schwerpunkt der am BIP gemessenen Wirtschaftskraft mit einem Anteil von 35,3 % in Asien, gefolgt von Nordamerika (25,3 %), das damit Europa (21,1 %) ĂŒberholt hat. Afrika, Australien, Mittelamerika und Naher Osten stagnierten, weil deren Wirtschaftswachstum mit der Steigerung des BWP um rund 30 % (2014â2022) nicht mithalten konnte. In Asien entfĂ€llt der gröĂte Anteil des BIP mit 51,6 % auf China Volksrepublik Volksrepublik China, gefolgt von Japan Japan (11,7 %) und Indien Indien (9,7 %). In Nordamerika dominieren die Vereinigte Staaten Vereinigten Staaten mit 92,2 %, in SĂŒdamerika entfallen 31,9 % des BIP auf Brasilien Brasilien, gefolgt von Mexiko Mexiko (24,1 %). In Europa fĂŒhrt weiterhin Deutschland Deutschland mit 19,0 % des europĂ€ischen BIP, gefolgt von Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (14,3 %) und Frankreich Frankreich (13,0 %). In Afrika hat Nigeria Nigeria (16,5 %) Sudafrika SĂŒdafrika (14,4 %) ĂŒberholt.
Wirtschaftswachstum
Das Wirtschaftswachstum, gemessen als Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes, wird gemeinhin von Politikern als Erfolgskriterium benutzt.cite-ref-16[16] Alle Sozialproduktvergleiche sind Vergleiche zweier unter Befolgung bestimmter Regeln in Geld veranschlagter GĂŒterkombinationen, also zweier Geldsummen, durch die man manchen Aufschluss erhalten kann, wenn man ihre Berechnungsmethode kennt. Sie geben keinen Einblick in âNutzenâ oder âBefriedigungâ.cite-ref-17[17]
Vom BIP zum verfĂŒgbaren Einkommen
â
Hauptartikel
:
âBerechnungâ im Artikel verfĂŒgbares Einkommen
Das BIP gibt Aufschluss ĂŒber die Entwicklung der Produktion. Wichtig ist auĂerdem die Frage nach den Konsummöglichkeiten einer Volkswirtschaft. Dazu sind Informationen ĂŒber das verfĂŒgbare Einkommen erforderlich. Das Problem eines geeigneten MaĂes fĂŒr den Lebensstandard löst das Nettonationaleinkommen am treffendsten.
BIP pro Kopf und Wohlstand
Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bzw. BIP pro Einwohner ermöglicht einen Vergleich verschiedener, unterschiedlich groĂer WirtschaftsrĂ€ume miteinander und wird als MaĂ fĂŒr den materiellen Wohlstand in einem Land oder einer Region angesehen. Es wird wie folgt berechnet:
BIP pro Kopf = B I P Anzahl der Einwohner {\displaystyle {\text{BIP pro Kopf}}={\frac {\mathrm {BIP} }{\text{Anzahl der Einwohner}}}} .
BIP pro Kopf
Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zeigt ein Vergleich zwischen 2017 und 2023, dass sich erhebliche Schwankungen ergeben können, die auch mit Kursschwankungen der jeweiligen InlandswÀhrung mit der statistischen WÀhrung US-Dollar (KaufkraftparitÀt) zusammenhÀngt.cite-ref-18[18]
| Staat | BIP pro Kopf in US-Dollar 2017 | BIP pro Kopf in US-Dollar 2023 |
|---|---|---|
| Deutschland Deutschland | 50.425 | 52.727 |
| Frankreich Frankreich | 43.760 | 40.800 |
| Irland Irland | 70.151 | 104.272 |
| Kanada Kanada | 45.129 | 53.548 |
| Luxemburg Luxemburg | 106.374 | 129.810 |
| Katar Katar | 124.529 | 78.696 |
| Norwegen Norwegen | 76.132 | 87.739 |
| Osterreich Ăsterreich | 49.869 | 57.081 |
| Schweiz Schweiz | 61.422 | 100.413 |
| Singapur Singapur | 93.906 | 84.734 |
| Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten | 59.501 | 81.632 |
Dass Kleinstaaten oder Stadtstaaten zu den die Rangliste fĂŒhrenden Staaten gehören, ist auf einen statistischen Effekt zurĂŒckzufĂŒhren. Deshalb wird die Rangliste 2023 von Luxemburg angefĂŒhrt, gefolgt von Irland und der Schweiz. 2017 fĂŒhrte noch Katar â ebenfalls ein Kleinstaat.
Siehe auch
:
Liste der LĂ€nder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
und
Liste der LĂ€nder nach Bruttoinlandsprodukt
Weitere Kennzahlen
Das Bruttoinlandsprodukt wird unter anderem fĂŒr weitere volkswirtschaftliche Kennzahlen verwendet:cite-ref-19[19]
âą Exportquote E q {\displaystyle E_{q}} als Anteil der Exporte E x {\displaystyle Ex} am B I P {\displaystyle BIP} :
E q = E x B I P {\displaystyle E_{q}={\frac {Ex}{BIP}}} .
âą Importquote I q {\displaystyle I_{q}} als Anteil der Importe I m {\displaystyle Im} am B I P {\displaystyle BIP} :
I q = I m B I P {\displaystyle I_{q}={\frac {Im}{BIP}}} .
âą Staatsquote G q {\displaystyle G_{q}} als Anteil der Staatsausgaben G S {\displaystyle GS} am B I P {\displaystyle BIP}
G q = G S B I P {\displaystyle G_{q}={\frac {GS}{BIP}}} .
âą Staatsschuldenquote G D q {\displaystyle GD_{q}} als Anteil der Staatsschulden G D {\displaystyle GD} am B I P {\displaystyle BIP} :
G D q = G D B I P {\displaystyle GD_{q}={\frac {GD}{BIP}}} .
Diese Kennzahlen sind wesentlicher Bestandteil des von Ratingagenturen erstellten LĂ€nderratings.
Grenzen der Aussagekraft
Die Aussagekraft des BIP bezĂŒglich der Wirtschaftsleistung der Menschen in einer Volkswirtschaft ist begrenzt, da folgende Faktoren nicht oder nur teilweise mit berechnet werden:
âą Schwarzarbeit und die gesamte Schattenwirtschaft,
âą Subsistenzwirtschaft,
Unter bestimmten Bedingungen werden die Ergebnisse fĂŒr einzelne Staaten verzerrt. In Irland haben zahlreiche internationale Unternehmen ihren rechtlichen Sitz, um mittels des âDouble Irish With a Dutch Sandwichâ-Modells ihre in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern erzielten Gewinne niedriger versteuern zu können. Das irische BIP wird durch die MitberĂŒcksichtigung dieser tatsĂ€chlich nicht im Land erzielten Wirtschaftsleistung aufgeblĂ€ht.cite-ref-20[20] In Luxemburg sind 43,2 % aller LohnabhĂ€ngigen GrenzgĂ€nger, so dass der Wert des Pro-Kopf-BIP im Vergleich etwa doppelt so hoch erscheint.cite-ref-21[21]
Die vom frĂŒheren französischen StaatsprĂ€sidenten Nicolas Sarkozy einberufene Commission on the Measurement of Economic Performance and Social Progress (Stiglitz-Sen-Fitoussi-Kommission), der 25 renommierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler angehörten, sollte eine alternative Berechnung erstellen. In ihrem Bericht wies die Kommission auf MĂ€ngel der Standardmetriken wie dem BIP hin, deren Kenntnis eine weniger âeuphorischeâ Beurteilung der wirtschaftlichen Lage im Vorfeld der Weltfinanzkrise 2007â2008 zur Folge gehabt hĂ€tte. Sie empfahl, nicht ausschlieĂlich auf das Wirtschaftswachstum zu schauen, sondern das gegenwĂ€rtige âWohlergehenâ eines Landes zu ermitteln. Neben dem BIP mĂŒssten zum Beispiel auch das gemittelte Haushaltseinkommen, Familienarbeit, Freizeit, Gesundheit und der Zustand der Umwelt mit einbezogen werden.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]cite-ref-24[24]
Forschung und Entwicklung zur Beziehung zwischen BIP und RealitÀt
Siehe auch
:
Entscheidungsfindung
,
Problemlösen
und
Ressource
BIP-MaĂzahlen können auch als Zahlen, welche kĂŒnstliche geschaffene Konstrukte darstellen, betrachtet werden.cite-ref-26[26] Im Juni 2020 warnten Wissenschaftler, als Teil der Serie Warnung der Wissenschaftler an die Menschheit, dass der weltweite Wachstum an Wohlstand, gemessen am BIP, den Ressourcenverbrauch und SchadstoffausstoĂ drastisch erhöht haben und dabei die wohlhabendsten WeltbĂŒrger â hinsichtlich z. B. ressourcenintensivem Verbrauch â sowohl fĂŒr den GroĂteil der schĂ€dlichen Auswirkungen auf die Umwelt, als auch fĂŒr einen Ăbergang zu sichereren, nachhaltigeren Bedingungen verantwortlich sind. DafĂŒr fassen sie Belege zusammen und stellen einige LösungsansĂ€tze vor. Laut der Studie mĂŒssen tiefgreifende Ănderungen von Lebensstilen und Verhaltensmustern technologische Fortschritte begleiten. Bestehende Gesellschaften, Ăkonomien und Kulturen reizen einen Ăberkonsum an und Strukturen, die in Markt-basierten Wirtschaftssystemen fĂŒr, am BIP-gemessenes, Wirtschaftswachstum optimieren, verhindern gesellschaftlichen Wandel.cite-ref-phys-affluence-27-0[27]cite-ref-28[28]cite-ref-gdp-affluence-25-1[25]
Sarah Arnold der New Economics Foundation erklĂ€rt, dass das BIP auch AktivitĂ€ten, welche schĂ€dlich fĂŒr die Wirtschaft und Gesellschaft sind, umfasst â etwa Entwaldung, Tagebau und Ăberfischung.cite-ref-29[29] Die Zahl der jĂ€hrlich im Netto verlorenen BĂ€ume liegt bei ca. 10 Milliarden.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]
âą Die global jĂ€hrlich entwaldete FlĂ€che in der 2015â2020 Demidekade liegt bei etwa 10 Millionen Hektar und bei 4,7 Millionen Hektar fĂŒr 2000â2010.cite-ref-32[32] Laut einer Studie, kann â je nach Vermögensverteilung â ein höheres BIP-Wachstum mit mehr Entwaldung assoziiert sein.cite-ref-33[33] 2019 machte der agrarwirtschaftliche Anteil Brasiliens Wirtschaft 24 % des BIP des Landes aus, wobei ein groĂer Teil davon mit einem groĂen Anteil des jĂ€hrlichen Nettoverlusts an tropischen WĂ€ldern verbunden ist.cite-ref-34[34]
âą Die Zahl ĂŒbergewichtiger Erwachsener lag 2015 weltweit bei etwa 600 Millionen (12 %).cite-ref-nejm2017-35-0[35] GroĂe Verbesserungen in der Gesundheit fĂŒhren allerdings nur zu einer mĂ€Ăigen und langfristigen Erhöhung des BIP pro Kopf.cite-ref-36[36]
Bedeutung fĂŒr den Klimaschutz
Nachdem das Center for Partnership Studies eine Ă€hnliche abstrakte Metrik zu BIP entwickelt hat, erklĂ€rt sie, dass das BIP âund andere Metriken, welche diesen widerspiegeln und aufrechterhaltenâ nicht die Produktion und Bereitstellung von fĂŒr die Gesellschaft nĂŒtzliche â oder vergleichsweise nĂŒtzlicherere â GĂŒtern und Dienstleistungen fördern. Stattdessen ermutigen und begĂŒnstigen diese destruktiven AktivitĂ€ten anstatt sie zu strukturell verhindern.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] Steve Cohen des Earth Institutes erlĂ€utert, dass verschiedene AktivitĂ€ten (oder Lebensstile) nicht gleich sind und nicht die gleichen Auswirkungen auf Umwelt und Nachhaltigkeit haben.cite-ref-39[39] Johan Rockström, des Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung, kommentiert, dass es schwierig sei, eine KompatibilitĂ€t des gegenwĂ€rtigen B.I.P.-basierten Wirtschaftsmodells mit dem rapiden Absenken von Treibhausgasemissionen, zu welchem sich Nationen zwecks der Milderung der realen Auswirkungen des Klimawandels unter dem Pariser Klimaabkommen erklĂ€rt haben, zu sehen.cite-ref-40[40] Eine systematische Ăbersichtsarbeit von gut 450 wissenschaftlichen Veröffentlichungen kam 2020 zu dem Schluss, dass Decoupling von BIP und Ressourcenverbrauch und CO2e-Emissionen nur in Teilen möglich ist. Die Verwendung des BIP als Wohlstandsindikator ist damit mittelfristig ungenĂŒgend, da gegenlĂ€ufige Anreize gesetzt werden.cite-ref-41[41]
Abbildung nicht-monetÀrer und externalisierter Wirtschaftsfaktoren
Des Weiteren kritisieren andere, dass sich die BIP-Metrik nicht an soziotechnologische VerĂ€nderungen angepasst habe, um ein akkurates Bild der Wirtschaft zu liefern. Beispielsweise bildet es nicht den Wert der Produktion kostenfreier Informationen und Entertainment im Internet ab.cite-ref-42[42] Unbezahlte Arbeit etwa zur Entwicklung von Open-Source-Software, welche vermarktete Software ersetzen kann und eindeutig wirtschaftlichen Wert habe, werde nicht erfasst.cite-ref-43[43] Zudem misst das BIP dem Umweltschutz keinen Wert zu und könne nicht nach dem Kriterium Umweltschutz differenzieren. Das BIP Ă€rmerer Regionen wĂ€chst beispielsweise schneller, nachdem es nach einem Anschluss an Chinas SchnellstraĂensystem mehr umweltverschmutzende ProduktionsstĂ€tten anzieht.cite-ref-44[44] BIP ist kein Werkzeug oder Konstrukt, das fĂ€hig ist zu erkennen wie viel Naturkapital ein Wirtschaftsakteur aufbaut, schĂŒtzt oder schĂ€digt.cite-ref-45[45]
Alternativen
Das BIP allein und fĂŒr sich erlaubt nur begrenzt Aussagen ĂŒber Wohlstand, LebensqualitĂ€t oder Gerechtigkeit fĂŒr und zwischen den Menschen einer Volkswirtschaft. Auch der langfristige Zustand der sozialstaatlichen Sicherungssysteme (Gesetzliche Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung) und weitere Faktoren wie z. B. sozialer Frieden, LuftqualitĂ€t, Erholungsgebiete und der Zustand der natĂŒrlichen Ressourcen werden vom BIP nicht erfasst.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] Daher können alternativ oder zusĂ€tzlich zur Einbeziehung dieser Ziele in der Wirtschaftspolitik folgende volkswirtschaftliche Indizes verwendet werden:
Seit 2005 veröffentlicht die private Denkfabrik Fund for Peace in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Foreign Policy jÀhrlich den sogenannten Fragile States Index (bis 2014 Failed States Index), in dem Staaten auf ihr Risiko von Staatszerfall hin untersucht werden. Es werden dabei zwölf verschiedene Faktoren zu dem Index zusammengefasst.
Der Genuine Progress Indicator ist ein MaĂ fĂŒr die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft, das die Nachhaltigkeit von Wachstum abbilden soll. Eine wirtschaftliche AktivitĂ€t unter Inkaufnahme von gravierenden UmweltschĂ€den, deren Behebung zukĂŒnftige Generationen deutlich mehr kosten wird, als die heutige Bevölkerung von der AktivitĂ€t profitiert, wird im BIP als positiv verbucht, im GPI negativ
Der Social Progress Index misst, inwiefern ein Staat die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen BedĂŒrfnisse seiner BĂŒrger befriedigen kann. Der Index setzt sich aus einer Reihe von Indikatoren zu Gesundheit, Bildung, Ăkologie, Nachhaltigkeit, Sicherheit und persönliche Freiheit zusammen, ignoriert allerdings das Bruttoinlandsprodukt.
Der World Happiness Report ist ein jÀhrlich vom Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlichter Bericht. Der Bericht enthÀlt Ranglisten zur Lebenszufriedenheit in verschiedenen LÀndern der Welt und Datenanalysen aus verschiedenen Perspektiven.
Der Gini-Index ist ein MaĂ dafĂŒr, wie gleich oder ungleich die Einkommens- und Vermögensverteilung in einem Land ist.
Good Country Index (GCI)
Der Good Country Index misst wie sehr ein Land in den globalen Wohlstand und die Friedenserhaltung investiert. Er ist indirekt ein Indikator fĂŒr die langfristige Entwicklung eines Landes, da sich LĂ€nder mit einem hohen GCI auch bessere Handelsbeziehungen sichern können.
Happy Planet Index (HPI)
Der Happy Planet Index ist ein MaĂ fĂŒr die ökologische Effizienz der Erzeugung von Zufriedenheit unter Einbeziehung von Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und ökologischem FuĂabdruck
Der Index der menschlichen Entwicklung (englisch Human Development Index) wird aus dem BNE pro Kopf gemessen in KaufkraftparitÀt unter Einbeziehung von Lebenserwartung und Bildungsgrad gebildet.
Inclusive Wealth Index (IWI)
Der Inclusive Wealth Index (in etwa: inklusiver Wohlstandsindex) wurde erstmals 2012 durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die United Nations University (UNU) erfasst, um natĂŒrliche und gefertigte Ressourcen, sowie Human- und soziales Kapital der Staaten zu erfassen. Der Index ist als Ablösung von BIP und HDI vorgesehen.cite-ref-48[48]cite-ref-49[49]
Eine Erweiterung des Index der menschlichen Entwicklung, die Treibhausgas-Emissionen berĂŒcksichtigt.
Der Index des nachhaltigen wirtschaftlichen Wohlstands (englisch Index of Sustainable Economic Welfare, ISEW) ist ein VorlÀuferindex des GPI.
KaufkraftparitÀten-Kurse
Die Umrechnung nationaler Bruttoinlandsprodukte auf Grundlage nominaler Wechselkurse ist bei manchen Fragestellungen irrefĂŒhrend. Ein anderes MaĂ stellt der KaufkraftparitĂ€ten-Kurs (englisch Purchasing Power Parity, PPP) dar. Der Big-Mac-Index ist ein Wechselkurs, der auf dem Kaufpreis eines Big Mac der weltweit tĂ€tigen Schnellrestaurantkette McDonaldâs basiert. Dieses MaĂ eignet sich besser als Vergleich, da Big Macs nicht international gehandelt werden. Preise fĂŒr Big Macs enthalten Informationen ĂŒber Preise fĂŒr nicht (international) handelbare GĂŒter. Die durchschnittlichen Preise (fĂŒr nicht handelbare GĂŒter) sind in armen LĂ€ndern typischerweise niedriger als Preise in entwickelten Volkswirtschaften. Ein offizieller Wechselkurs basiert vorwiegend auf Preisen (international) handelbarer GĂŒter und ĂŒberschĂ€tzt damit das Preisniveau in armen LĂ€ndern.cite-ref-wiwi-8-50-0[50]
Die W3-Indikatoren sind ein Ensemble von Indikatoren fĂŒr Wohlstand und Fortschritt, die potenziell aussagekrĂ€ftigere Wohlstands- und Fortschrittsindikatoren darstellen sollen.
Siehe auch
Literatur
âą Literatur ĂŒber Bruttoinlandsprodukt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Philipp Lepenies: Die Macht der einen Zahl: Eine politische Geschichte des Bruttoinlandsprodukts. Suhrkamp, Berlin 2013, ISBN 978-3-518-12673-8.
âą Joseph E. Stiglitz, Amartya Sen, Jean-Paul Fitoussi: Mismeasuring Our Lives. Why GDP Doesnât Add Up. New Press, New York 2010, ISBN 978-1-59558-519-6.
Weblinks
Commons
: Bruttoinlandsprodukt
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Wiktionary: Bruttoinlandsprodukt
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Bruttoinlandsprodukt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Verteilung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) weltweit und regional. Interaktive Grafik, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung / bpb
âą Welt-Bruttoinlandsprodukt. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung
âą Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung
Einzelnachweise
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cite-note-88. â Olivier Blanchard/Gerhard Illing, Makroökonomie, 5. Auflage, 2009, S. 57 ff.
cite-note-99. â Olivier Blanchard, Gerhard Illing: Makroökonomie. 5. Auflage. 2009, S. 60 ff. und 81 ff.
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